Behandlungsmöglichkeiten

Wir passen die Behandlung individuell an Ihre Lebenssituation an, um Ihren Kinderwunsch bestmöglich zu erfüllen.

Umfassende Kinderwunschbehandlungen

In unserem Kinderwunschzentrum Bad Cannstatt bieten wir ein breites Spektrum moderner Kinderwunschbehandlungen an. Von der Optimierung des natürlichen Zyklus über alle gängigen assistierten Befruchtungsmethoden bis hin zur In-vitro-Fertilisation (IVF) – wir begleiten Sie individuell auf Ihrem Weg zum Wunschkind.

Die informativen Erklärvideos, bereitgestellt mit freundlicher Unterstützung von Merck Healthcare Germany, geben Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Therapiemöglichkeiten.

Erstgespräch – Ihr Start auf dem Weg zum Wunschkind

Im Erstgespräch lernen wir Sie und Ihre Situation kennen, besprechen mögliche Diagnostik- und Therapieoptionen und klären Sie über Chancen, Behandlungswege und Kosten auf. Gemeinsam entwickeln wir ein individuelles Konzept für Sie. Bitte planen Sie etwa eine Stunde ein – idealerweise zusammen mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin.

Was Sie mitbringen sollten:

  • Krankenversicherungskarten beider Partner
  • Überweisung vom Frauenarzt (falls vorhanden)
  • Relevante Vorbefunde (z. B. Laborwerte, Operationsberichte, Spermiogramm) – falls nicht vorhanden, kein Problem
  • Personalausweis
  • Heiratsurkunde (falls verheiratet; nicht zwingend erforderlich)

Wir freuen uns darauf, Sie bei uns im Kinderwunschzentrum Bad Cannstatt willkommen zu heißen!

Diagnostik – Präzise Abklärung für eine gezielte Therapie

Nach dem Erstgespräch folgen individuell geplante Untersuchungen, darunter:

  • Blutentnahmen: Zu Beginn des Zyklus (3.–5. Zyklustag) und nach dem Eisprung (zweite Zyklushälfte).
  • Ultraschalluntersuchung: In der Zyklusmitte zur Beurteilung der Eizellreifung.

 

Diese Schritte erfolgen zeitnah und abgestimmt auf Ihre Situation.

Falls erforderlich, arbeiten wir eng mit Fachärzten aus anderen Bereichen wie Humangenetik, Andrologie, Gerinnungs- oder Immunologie zusammen. Alle weiteren Maßnahmen besprechen wir persönlich mit Ihnen.

Hormonelle Stimulation

Die hormonelle Stimulation wird dann in Betracht gezogen, wenn die Eizellreifung bei der Frau ungenügend ist. Diese Behandlung beginnt meistens zwischen dem dritten und fünften Tag der Periode. Ab dem 10. Zyklustag wird dann die Eizellreifung durch den Ultraschall und Blutuntersuchungen kontrolliert.

Die Dosis der verabreichten Hormone wird dementsprechend angepasst und sobald die Follikel groß genug sind, wird der Eisprung ausgelöst.

Insemination

Quelle: MERCK

Eine Insemination wird dann durchgeführt, wenn sowohl die Anzahl als auch die Beweglichkeit der Spermien eingeschränkt ist oder diese verformt sein sollten. Bei diesem Eingriff wird das Ejakulat des Mannes zum Zeitpunkt des Eisprungs der Frau im Labor aufkonzentriert und gezielt mittels eines Katheters in die Gebärmutterhöhle injiziert. Dieser Eingriff ist sehr einfach und schmerzlos. Die Chancen auf eine Schwangerschaft liegen pro Insemination bei ca. 10 Prozent.

IVF – In vitro Fertilisation

Quelle für Bilder & Videos: MERCK

Wenn eine Funktionsstörung der Eileiter vorliegt, bietet sich eine IVF Behandlung an. In diesem Fall wird der Frau nach vorheriger Stimulation Eizellen entnommen, welche dann im Labor unter einem speziellen Mikroskop mit den Samen des Mannes zusammengeführt werden. Die Eizellen werden dann ohne weitere Eingriffe selbst von den Spermien befruchtet. In der Regel werden dann zwei dieser Embryonen wieder in die Gebärmutter transferiert. Die komplette Behandlungsdauer zieht sich über ca. 4 Wochen. Die anschließenden Chancen, dass die Patientin schwanger wird, hängt hierbei stark vom Alter der Patientin ab.

ICSI - Intrazytoplasmatische Spermieninjektion

Quelle: MERCK

Quelle: MERCK

Sollte eine schwere Störung der Spermienqualität vorliegen oder es konnte keine direkten Ursachen für den unerfüllten Kinderwunsch gefunden werden, wird Ihnen die Durchführung der ICSI angeboten. Diese läuft im Grunde gleich ab, wie die zuvor beschriebene IVF Behandlung. Jedoch werden hierbei die Eizellen durch die Injektion der Spermien künstlich befruchtet. Auch diese Behandlung dauert insgesamt ca. 4 Wochen. Hier hängt die Erfolgsquote jedoch nicht nur mit dem Alter der Patientin, sondern auch von der Qualität der Spermien ab.

Blastozystenkultur

Quelle: MERCK

In bestimmten Fällen (nach mehrere erfolglose IVF/ICSI sowie ET‘s) kann es sinnvoll sein die embryonale Entwicklung im Labor bis zum 5. Tag zu belassen. Dies ermöglicht eine bessere Schwangerschaftsrate.

Kryokonservierung – Einfrieren von Spermien, Eizellen und Embryonen

Das Einfrieren von Keimzellen und Embryonen (Kryokonservierung) bietet zahlreiche Möglichkeiten, die Fruchtbarkeit zu sichern oder flexibel zu gestalten.

Einfrieren von Spermien
  • Indikationen: Vor Hodenoperationen, Chemo- oder Strahlentherapie oder bei längerer Abwesenheit des Mannes.
  • Anwendung: Eingefrorene Spermien können für ICSI– oder Inseminations-Therapien genutzt werden.
  • Auch im Rahmen einer TESE (Entnahme von Hodengewebe) gewonnene Spermien können konserviert und später verwendet werden.
 
Einfrieren von Embryonen
  • Bei IVF/ICSI-Behandlungen: Überzählige, befruchtete Eizellen können im Vorkern-Stadium eingefroren werden.
  • Vorteil: Ermöglicht eine Schwangerschaft ohne erneute Stimulation oder Eizellentnahme und erhöht die Gesamtschancen auf eine erfolgreiche Behandlung.
 
Einfrieren von unbefruchteten Eizellen
  • Onkologische Patientinnen: Sicherung der Fruchtbarkeit vor Krebstherapien zur späteren Familienplanung.
  • Social Freezing: Flexibilität für Frauen, die ihre Familienplanung verschieben möchten. Eingefrorene Eizellen altern nicht und können später für eine künstliche Befruchtung genutzt werden.

Assisted Hatching

Assisted Hatching ist eine Methode wodurch die Schwangerschaftsrate erhöht werden kann. Damit der Einnistung in der Gebärmutterschleimhaut geholfen wird, sollte die schützende Hülle (Zona pellucida) des Embryos an einer Stelle ausgedünnt werden, damit der Embryo es leichter hat herauszuschlüpfen. Das Assisted Hatching“ wird in erster Linie bei eingefrorenen Embryonen (Kryozyklus), Frauen über 37 Jahre alt, und nicht optimaler Entwickelung der Embryonen angewendet.

EmbryoGlue®

EmbryoGlue® ist ein Gewebeklebstoff der Embryonen an der Gebärmutterwand optimal festsetzt.

Hodenbiopsie (TESE)

Quelle: MERCK

Eine Hodenbiopsie ist dann nötig, wenn im Ejakulat des Mannes keine Spermien gefunden werden kann. Bei der Hodenbiopsie werden dann aus dem Hodengewebe die Spermien isoliert. Mittels dieses Verfahrens werden in der Regel in bis zu 75% der Fälle Spermien gefunden. Diese Untersuchung wird dann mit der ICSI kombiniert. Die Entnahme des Hodengewebes ist ein kleiner chirurgischer Eingriff, der in der Praxis von unseren Kooperationspartnern der G2 Urologie durchgeführt wird.

Plättchenreiches Plasma (PRP)

Die PRP-Behandlung nutzt wachstumsfördernde Faktoren, um die Funktion der Eierstöcke und Gebärmutterschleimhaut zu verbessern. Sie kommt insbesondere bei künstlicher Befruchtung (IVF) zum Einsatz.

PRP für die Eierstöcke

Die Injektion von PRP kann ovarielle Stammzellen aktivieren und die Eizellreserve steigern. Sie ist geeignet für:

  • Frauen mit eingeschränkter Fruchtbarkeit und geringer Eizellreserve.
  • Frauen mit vorzeitiger Ovarialinsuffizienz.

 

Die Behandlung erfolgt in Kurznarkose, ähnlich einer Follikelpunktion. Der Erfolg zeigt sich frühestens nach drei Monaten. Vor und nach der Behandlung wird der AMH-Wert zur Überprüfung der Eizellreserve gemessen. Voraussetzung: Die Eierstöcke müssen gut zugänglich sein.

 
PRP für die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium)

PRP unterstützt die Zellproliferation und -differenzierung und eignet sich für:

  • Implantationsversagen.
  • Chronische Endometritis.
  • Asherman-Syndrom.

 

Die PRP-Applikation erfolgt 48 Stunden vor dem Embryotransfer, ist schmerzfrei und einfach durchführbar. Studien deuten auf verbesserte Schwangerschafts- und Geburtenraten hin, Langzeitergebnisse stehen jedoch noch aus.

HCG Spülung vor Embryotransfer

Eine intrauterine HCG-Spülung unmittelbar vor dem Embryotransfer kann die Einnistung und Versorgung des Embryos fördern. HCG (humanes Choriongonadotropin) unterstützt das Endometrium durch:

  • Immunologische Unterstützung: Rekrutierung regulatorischer T-Zellen in die Gebärmutterschleimhaut.
  • Bessere Durchblutung: Förderung der Gefäßentwicklung.
  • Optimierte Hormonwirkung: Erhöhung der Progesteronrezeptoren zur Unterstützung der Implantation.

 

Diese gezielte Vorbereitung schafft optimale Bedingungen für den Erfolg der Kinderwunschbehandlung. Sprechen Sie uns an, um mehr über diese Option zu erfahren!